Kap Verde
2018 führte eine Forschungsexkursion Chris auf die beiden Inseln Santiago und Fogo. Knapp 600 Kilometer vor der Küste Westafrikas liegt Kap Verde, ein Reiseziel im Schatten der europäischen Urlaubsinseln Madeira und der Kanaren. Doch während Madeira durch und durch portugiesisch und die Kanaren klar spanisch geprägt sind, verbindet sich auf Kap Verde ein einzigartiger Mix aus portugiesischem Erbe und afrikanischer Seele.
Karge Mondlandschaften, so surreal schön, dass man sich auf den ersten Blick in sie verliebt. Traumhafte Sandstrände und raue Atlantikluft. Ein Land zwischen kolonialer Vergangenheit und der Suche nach eigener Identität. Risse an der Oberfläche, Risse zwischen den Menschen, Risse innerhalb der Gesellschaft. Risse, die heilen oder noch immer tief verlaufen.
Kap Verde bietet weit mehr als Strandurlaub und ein wenig Wandern. Auf kleinstem Raum zeigt das Land, wie komplex, widersprüchlich und faszinierend Afrika sein kann.
Praia ist eine verschlafene Hauptstadt, gehüllt in den feuchten Dunst des Atlantiks. Die Küsten und das Antlitz der Stadt, das Leben der Menschen und ihre Kultur – all das wird vom Meer bestimmt. Palmen wachsen auf dem spärlichen, felsigen Untergrund. Die Häuser sind grün und blau gestrichen, in den Farben von Algen und Wasser. Keine Menschenmassen, sondern ein stetiges Beisammensein, gleich dem niemals endenden Rauschen des Ozeans.
Das grausame Erbe des Sklavenhandels hat sich tief in die Insel eingebrannt. Als Mahnmal dieser Epoche steht der Marmorpfahl – der Pranger, an dem aufsässige Sklaven angekettet und ausgepeitscht wurden – am Hafen der Cidade Velha. Von hier aus segelten einst Schiffe voller Menschen den Kolonien Amerikas entgegen.
Statt Sklavenhandel prägen heute Industriegebiete die Ränder Praias. The Coca-Cola Company betreibt hier eine Fabrik, und Macau Legend Development Ltd. plante zeitweise den Bau eines Casinos in der Nähe. Wirtschaftlicher Aufschwung hat seinen Preis – und auch auf den Kapverden stellt sich die Frage, wer ihn am Ende bezahlt.
Die Kapverdier tragen oft ernste Gesichter durch den Tag. Sie wirken freundlich, zugleich aber auch zurückhaltend. Sobald Chris ihnen zuwinkt, seine Kamera zeigt und um ein Foto bittet, hellen sich ihre Mienen auf und breite Lächeln erscheinen auf ihren Gesichtern. Die Fassade fällt und plötzlich wird stumme Kommunikation möglich. Wäre da nicht die Sprachbarriere des Portugiesischen, ergäben sich mit Sicherheit unzählige Gespräche und Begegnungen.
Es ist beeindruckend, mit welchem Optimismus die Menschen auf diesen kleinen Inseln mitten im Atlantik den Widrigkeiten des Lebens trotzen – oftmals gezwungenermaßen. Denn die Möglichkeiten in Kap Verde sind begrenzt. Es gibt nur wenige Arbeitsplätze und wirtschaftliche Perspektiven. Viele verlassen daher die Inseln, suchen Arbeit im Ausland und schicken regelmäßig Geld an ihre Familien zurück.
Wer nicht im Tourismus oder in der öffentlichen Verwaltung arbeitet, hat neben der Fischerei oft nur wenige Alternativen. Die Menschen haben gelernt, mit wenig auszukommen und dennoch Würde und Lebensfreude zu bewahren.
Am kleinen Hauptstadtflughafen von Praia besteigen wir eine Turboprop-Maschine. Summend und brummend heben wir kurz darauf ab, und schon der kurze Flug zur Nachbarinsel Fogo ist ein Erlebnis für sich. Kaum in der Luft erhebt sich bereits der gewaltige Vulkankegel des Pico do Fogo – Ziel unserer Expeditions- und Forschungsreise.
Auf Fogo angekommen folgen wir einer Serpentinenstraße hinauf in den gigantischen Vulkankrater, die Caldera. Denn Fogo selbst ist im Grunde ein einziger Supervulkan. Die riesige Caldera, die wir nun betreten, entstand durch eine gewaltige Eruption vor Jahrtausenden. Innerhalb dieses alten Kraters bildete sich später ein neuer Vulkankegel mitsamt eigenem Krater – der Pico do Fogo.
Zuletzt brach der Vulkan 2014 aus und überschwemmte zwei kleine Dörfer mit Lava. Obwohl die Regierung eine erneute Besiedlung innerhalb der Caldera untersagte, hielt das viele Menschen nicht davon ab, schon kurze Zeit später zurückzukehren und sich erneut auf dem erkalteten Lavagestein niederzulassen. Die Erde hier ist gefährlich und unberechenbar. Zugleich ist sie die Heimat derjenigen, die nirgendwo anders hinwollen – oder können.
Der Wind bläst, und hier oben auf fast 2.000 Metern Höhe ist die Luft diesig. Wolken ziehen dicht über unseren Köpfen hinweg. Vor uns liegt eine der bizarrsten Landschaften, die man sich nur vorstellen kann. Die Caldera wird von einer stellenweise über 1.000 Meter hohen Steilwand umgeben. Der Boden unter unseren Füßen ist schwarz – feinster Staub aus Vulkangestein. Die alte Straße, auf der wir heraufkamen, verschwindet unter einem schwarzen Basaltfeld. Die Spitzen jener Häuser, die beim Ausbruch 2014 verschluckt wurden, ragen noch immer aus dem Boden hervor.
Vegetation gibt es hier kaum – nur wenige karge Büsche und etwas gelbes Gras trotzen der lebensfeindlichen Umgebung. Wie ein unheilvoller Riese erhebt sich der Pico do Fogo über uns und wirft seinen Schatten auf die Caldera. Seine Spitze liegt oft im Nebel verborgen. Ein launischer Gott, den jederzeit erneut die Zerstörungslust packen könnte.
Die Menschen, die nach dem letzten Ausbruch zurückkehrten, haben neue Häuser errichtet: einfache Behausungen aus Stein und Beton. Es gibt kein reguläres Stromnetz, keine zuverlässige Wasserver- oder -entsorgung. Stattdessen brummen Dieselgeneratoren in die Stille der Vulkanlandschaft. Zwischen den Ruinen der alten Häuser spielen Kinder und streunen herrenlose Tiere umher.
Früher Morgen. Der Himmel hinter dem Pico do Fogo brennt in den Farben flammender Glut. Wir sind bereits am Fuße des Vulkans angekommen und machen uns an den Aufstieg. Zwei Führer eilen voran, springen mühelos und bergziegengleich von Stein zu Stein. Der Weg wird zu einem Pfad, der Pfad zu einem Klettersteig. Es geht steil bergauf, dennoch lässt sich die Strecke gut meistern. Die Farben des Morgens wechseln von Blau zu Gold. Schließlich kämpft sich die Sonne durch die Wolken und über den Rand der Caldera und erwärmt unsere verschwitzten Gesichter.
Irgendwann haben wir es geschafft und stehen auf dem Dach der Welt. Unter uns liegt ein Meer aus dichten Wolken, in das die Caldera abrupt übergeht. Dahinter erstreckt sich der Atlantik und – so hoch, wie wir stehen – scheint es beinahe möglich, bis nach Afrika, Europa oder gar Amerika zu blicken. Die Erde krümmt sich und für einen kurzen Moment gibt es keinen höheren Punkt als diesen.
Der Vulkankrater, an dessen Rand wir stehen, spuckt uns einen fauligen Schwefelgeruch entgegen. Jeden Moment glauben wir, seinen Schlund aufreißen und glühende Lava emporschießen zu sehen. Doch alles bleibt ruhig. Nur der Wind zerrt an unseren Jacken und pfeift über das schwarze Gestein.
Der Weg zurück ins Dorf in der Caldera dauert kaum zehn Minuten. Den Südwesthang des Pico bedeckt eine feine Schicht pudrigen Lavastaubs. Wir lassen uns fallen und landen weich im verglühten Gestein. Wie eine Lawine stürzen wir dem Tal entgegen, rasen in riesigen Sprüngen den steilen Hang hinab und fühlen uns für wenige Augenblicke vollkommen schwerelos.
Am Nachmittag schmerzen die Beine von der Wanderung. Die einzige Bar in der Caldera ist eine offene Hütte aus Betonsteinen. Es gibt Chã, den lokalen Rot- oder Weißwein. Nur mühsam wachsen die Weinreben auf dem steinigen Vulkanboden. Doch die Winzer trotzen Wind, Wetter und den rauen Bedingungen, um hier oben etwas Eigenes entstehen zu lassen.
Die Wahrheit ist: Geschmacklich kann der Wein kaum überzeugen. Und doch könnte es hier und jetzt, in dieser trockenen Hütte mit Blick auf den majestätischen Pico do Fogo, kein besseres Getränk geben. Dieser Wein schmeckt nach Feuer und Stein, nach Salz, Meer und Wind. Er schmeckt nach Leidenschaft. Nach dem Versuch, Leben in eine karge und auf den ersten Blick lebensfeindliche Landschaft zu bringen. Vor allem aber schmeckt er nach dem unbeugsamen Optimismus und Lebenswillen der Menschen, die in der Caldera leben.
Eine Gruppe von Musikern gesellt sich zu uns, scherzt und lacht. Sie spielen portugiesische Lieder und Melodien ihrer kreolischen Vorfahren. Ihre Instrumente sind verstimmt, ihre Stimmen rau und voller Leben. Langsam beginnt die Welt ein wenig zu verschwimmen. Draußen ziehen schwere Regenwolken über die Vulkanhänge, doch hier drinnen, zwischen Wein, Musik und Gelächter, scheint alles perfekt.
Wir trampen von der Caldera hinunter in die Hauptstadt der Insel São Filipe. Die Polizei nimmt uns mit – und später auch wieder zurück.
Wir treffen den Bürgermeister der Stadt und sprechen mit ihm über Wirtschaftsentwicklung und die schwierige Siedlungspolitik innerhalb der Caldera. Danach spazieren wir durch die breiten Straßen von São Filipe. Die Häuser wirken schlicht: manche verputzt und bunt gestrichen, andere halbfertige Rohbauten – eher Baustelle als Wohnhaus. Es gibt eine Kirche und einen Fußballplatz, einige einfache Hotels und Restaurants, eine kleine Markthalle und verstreute Kioske.
Menschen begegnen wir nur wenigen, Touristen praktisch gar keinen. Die meisten Urlauber auf den Kap Verden zieht es an die Strände und Hotelanlagen von Sal oder Boa Vista. Fogo hingegen bleibt rau, still und ursprünglich – und genau deshalb ein echter Geheimtipp.
Am Ponta da Salina treffen wir auf eine Gruppe von Fischern. Sie sind gerade von ihrer morgendlichen Ausfahrt zurückgekehrt, haben ihre Boote bereits an Land gezogen und ausgeräumt. Die Netze liegen zusammengerollt im Sand, der Tagesfang ist ordentlich ausgebreitet. Die Männer stehen beisammen, rauchen und unterhalten sich ruhig.
Überall auf der Insel scheint das Leben langsamer zu verlaufen. Hektik existiert hier kaum, Zeit wirkt nicht wie eine Ressource, sondern wie eine Lebensphilosophie. Das Gestern ist wie heute, das Morgen wird nicht anders sein. Entkoppelt von der übrigen Welt, auf einem Felsen mitten im gewaltigen Atlantik, schrumpfen viele Dinge plötzlich auf einen unbedeutenden Punkt zusammen.
Die Sonne scheint von einem tiefblauen Himmel, als wir Fogo mit der Turboprop-Maschine verlassen. Hier draußen im Atlantik ändert sich das Wetter stündlich. Wo eben noch schwere Regenwolken über den Vulkanhängen hingen, brechen wenig später bereits wieder Sonnenstrahlen durch das Grau.
Nach den stillen Tagen in der Caldera erscheint uns Praia auf Santiago beinahe wie eine Metropole. Plötzlich sehen wir überall Menschen und Farben. Selbst hier, mitten in der Stadt, scheint die Natur überbordend und wild. In einem einfachen Restaurant am Straßenrand essen wir Meeresschnecken mit scharfer Sauce und trinken kapverdisches Bier. Wir stoßen an auf den letzten Abend. Wir erheben unsere Flaschen auf dieses einfache Mahl, das uns der Ozean geschenkt hat. Wir prosten uns zu auf dieses wunderschöne Land, das beinahe vergessen vor der Küste Afrikas im Atlantik verstreut liegt.
Eine Insel wie Fogo gibt es vielleicht kein zweites Mal. Das Leben im Vulkankrater ist erschreckend schlicht und bestimmt von Feuer, Asche und Gestein. Die Menschen leben vom Meer und seinen Gaben, vom Weinbau auf Vulkanerde und von dem, was sie der rauen Natur abringen können. Auf anderen Inseln wie Sal oder Boa Vista hingegen reihen sich Luxusresorts entlang endloser Traumstrände. Dort existiert das perfekte Bild vom tropischen Urlaub. Währenddessen versucht die Regierung auf Santiago, neben dem Tourismus weitere Industrien und Wirtschaftszweige anzulocken. Fortschritt und Wohlstand haben ihren Preis. Und so bleibt die Frage, wie lange die Kapverden noch jene raue Ursprünglichkeit bewahren können, die dieses Land so besonders macht.
Infos zu unserer Reise
Santiago bietet als größte Insel das vielfältigste Gesamtpaket: schöne Strände, kreolische Kultur, etwas tropisches Grün und einige interessante Orte zum Erkunden. Vor allem Fogo fällt dabei völlig aus der Reihe. Diese raue Vulkaninsel wirkt markant und beinahe unwirklich. An kaum einem anderen Ort dürfte es möglich sein, mitten in der Caldera eines aktiven Vulkans zu übernachten. Zwar besitzt auch Teneriffa mit dem Teide eine ähnliche Vulkanlandschaft, doch dort ist alles deutlich größer – und vor allem touristischer. Auf Fogo hingegen begegnet ihr oft stundenlang kaum anderen Reisenden.
Die Anreise auf die Kapverden erfolgt per Flugzeug mit Zwischenstopp in Lissabon. Die Wege zwischen den Inseln sind kurz, und die touristische Infrastruktur ist – je nach Insel – mal stärker, mal schwächer ausgebaut. Ein klassisches Visum benötigt ihr nicht, allerdings müsst ihr euch vor der Einreise online registrieren.
Vergleicht man Kap Verde mit anderen Atlantikinseln wie den Kanarischen Inseln, den Azoren oder Madeira, wirkt Kap Verde insgesamt meist etwas günstiger. Die anderen Reiseziele gehören allerdings zu Europa (also zu Spanien beziehungsweise Portugal) und bieten dadurch häufig einen höheren Standard bei Infrastruktur, medizinischer Versorgung und touristischem Komfort.
Die Anreise nach Kap Verde kann etwas teurer ausfallen als zu den anderen Inselgruppen. Vor Ort lässt sich dafür bei Unterkünften und Restaurantbesuchen durchaus Geld sparen, insbesondere dann, wenn ihr lokal esst und auf importierte Produkte verzichtet.
Nicht vergessen solltet ihr außerdem die zusätzlichen Kosten für Inlandsflüge oder Fähren zwischen den Inseln. Je nach Strecke und Saison solltet ihr dafür grob etwa 50 bis 200 Euro pro Person für Hin- und Rückflug einplanen.
Wie sollte es anders sein: Das Essen der Kap Verde ist stark vom Atlantik geprägt. Fisch und Meeresfrüchte stehen fast überall auf der Speisekarte, oft frisch gefangen und erstaunlich günstig. Dazu gibt es Reis, Bohnen, Süßkartoffeln, Kürbis oder Maniok. Nationalgericht ist Cachupa, ein deftiger Eintopf aus Mais, Bohnen, Gemüse sowie Fisch oder Fleisch, der je nach Insel und Familie unterschiedlich zubereitet wird.
Kulinarisch treffen auf den Kap Verden portugiesische Einflüsse auf afrikanische Traditionen. Große Gourmetküche solltet ihr allerdings nicht erwarten. Stattdessen lebt das Essen von einfachen Rezepten und entspannten Stunden in kleinen Restaurants oder Strandbars.
Eine Besonderheit ist zudem der Wein von Fogo. Auf den fruchtbaren Vulkanböden der Caldera wachsen unter schwierigen Bedingungen Weinreben, aus denen der lokale Chã-Wein hergestellt wird. Geschmacklich ist er sicherlich speziell und nicht mit europäischen Spitzenweinen vergleichbar, doch genau das macht ihn interessant. Unbedingt direkt auf Fogo, mit Blick auf den Vulkan, genießen!
Auf Santiago übernachteten wir in Praia in einem einfachen Hostel, das es vermutlich heute nicht mehr gibt. Auf Fogo hingegen ist die Casa Marisa mitten in der Caldera eine absolute Empfehlung. Beim Vulkanausbruch 2014 wurde die Unterkunft vollständig zerstört, kurz darauf jedoch als „Casa Marisa 2.0“ wieder aufgebaut.
Abgesehen von den touristisch stark erschlossenen Inseln Boa Vista und Sal solltet ihr für etwa 30 bis 50 Euro pro Nacht bereits einfache, aber gute Unterkünfte finden. Luxus spielt auf vielen Inseln ohnehin eine untergeordnete Rolle – dafür übernachtet ihr oft in familiärer Atmosphäre und an außergewöhnlichen Orten mitten in der Natur.
Die Kap Verde gelten grundsätzlich als vergleichsweise sicheres Reiseland – insbesondere im Vergleich zu vielen anderen Staaten Westafrikas. Politisch ist das Land stabil, die Menschen begegnen Touristen meist freundlich und offen, und schwere Zwischenfälle sind selten.
Dennoch solltet ihr vor allem in größeren Orten wie Praia die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten. Taschendiebstähle und kleinere Kriminalität kommen vor, besonders nachts oder in wenig belebten Gegenden. Wertgegenstände solltet ihr daher nicht offen zeigen und einsame Straßen nach Einbruch der Dunkelheit eher meiden.
Abseits der Städte liegen die größeren Risiken ohnehin meist in der Natur selbst: starke Atlantikströmungen, plötzliche Wetterumschwünge, große Hitze oder anspruchsvolle Wanderungen – etwa auf Fogo – solltet ihr nicht unterschätzen.
Grundsätzlich steht einem Urlaub auf Kap Verde mit Kindern nichts im Weg. Ihr findet hier eine angenehme Mischung aus Strandtagen, etwas Kultur, Natur und kleineren Wanderungen. Eigentlich ist für nahezu jede Altersgruppe etwas Spannendes dabei. Gerade die entspannte Atmosphäre und das gemächliche Leben auf vielen Inseln können das Reisen mit Kindern sehr angenehm machen.
Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Kapverden eine Inselgruppe mitten im Atlantik sind. Die medizinische Versorgung erreicht vielerorts nicht europäische Standards, und im Ernstfall kann ein kostenintensiver medizinischer Rücktransport notwendig werden. Eine gute Auslandskrankenversicherung ist daher Pflicht.
Auch Infrastruktur und Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs (insbesondere bei Baby- und Kinderprodukten) entsprechen nicht dem Niveau des europäischen Festlands. Bringt daher am besten alles Wichtige selbst mit und seid darauf vorbereitet, bei kleineren Engpässen flexibel und gelassen zu reagieren.
Wie bereits erwähnt, erfolgt die Anreise auf die Kap Verde praktisch immer mit dem Flugzeug. Internationale Flughäfen gibt es unter anderem auf Santiago, Sal, Boa Vista und São Vicente. Von Deutschland aus führen die meisten Verbindungen über Lissabon. Besonders häufig fliegt ihr mit TAP Air Portugal, daneben gibt es – je nach Saison – auch Direkt- oder Charterflüge.
Zwischen den Inseln bewegt ihr euch anschließend per Inlandsflug oder Fähre fort. Gerade bei längeren Distanzen sind Flüge die deutlich angenehmere und zuverlässigere Option, sollten aber möglichst frühzeitig gebucht werden. Fähren existieren zwar ebenfalls, gelten jedoch nicht immer als besonders planbar oder wetterunabhängig.
Auf den Inseln selbst kommt ihr am einfachsten mit Taxis, Sammeltaxis oder gelegentlich auch Mietwagen von A nach B. Gerade außerhalb der touristischen Zentren solltet ihr allerdings keine perfekt ausgebaute Infrastruktur erwarten – vieles funktioniert hier entspannter, improvisierter und langsamer als in Europa. Geheimtipp: Auch Trampen funktioniert auf den Inseln wunderbar!
