Nakhon Ratchasima

Antike Khmer-Tempel, moderne Anbetungsstätten. Dichter Dschungel, verstopfte Großstadt. Willkommen in Nakhon Ratchasima, der größten Provinz in Thailand und nach Bangkok auch der bevölkerungsreichsten. Im Süden grenzt die Provinz an den riesigen Khao Yai Nationalpark, im Norden liegt der historische Park Phimai. Als westlichste Provinz des Isaans wird sie auch als „Tor zum Isaan“ bezeichnet – und damit zu einem ursprünglichen Thailand, wie viele Touristen es abseits der Ladybars und Strände suchen.

Driving Offroad with a Toyota Fortuner

Tänzerinnen im Schatten der Nachmittagssonne studieren eine Choreografie ein. Hinter ihnen ragen die Ruinen des historischen Parks Phimai auf. Auf dem weiten Areal verlieren sich die wenigen Besucher, sodass man schnell den Eindruck gewinnt, allein zu sein – ja, vielleicht sogar in der Zeit um einige Jahrhunderte zurückgereist. Steinerne Löwen bewachen die Tempelaufgänge. Im kühlen Inneren des Haupttempels steht eine Buddhastatue, vor ihr frischer Blumenschmuck. Tauben gurren im Dachstuhl, im Dunklen erahnen wir Fledermäuse. 

An einem kleinen Bambushain steht ein Geisterhäuschen. Räucherstäbchen brennen, kleine Opfergabe sind dort abgelegt. Thailand ist ein Land voller Magie – auch in diesen längst verlassenen Ruinen wohnen womöglich noch die Geister der Urahnen.

Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai
Archaeological Site Phimai

Verstopfte, mehrspurige Straßen, viel Lärm und schlechte Luft. Von überdimensionierten Plakatwänden schreien uns Werbetexte und fröhliche Menschen förmlich an. An jeder Straßenecke gibt es sie wieder: die allzu vertrauten 7-Eleven-Läden. Nakhon Ratchasima fühlt sich an wie eine echte Großstadt – ein kleiner Kulturschock, wenn man zuvor tagelang durch den idyllisch-ruhigen Isaan gereist ist. 

Vom alten Befestigungsgraben samt Stadttor flüchten wir in den Samakkhi-Tempel. Ein Mönch lädt uns eindringlich dazu ein, die künstliche Buddha-Höhle unter dem Tempel zu besuchen. Tageslicht fällt durch schmale Fensterschlitze herein. Das Gold der Statuen wirkt neu und glitzernd, die Luft ist kühl. Ein ruhiger Moment der Spiritualität.

The Victory Gate in Nakhon Ratchasima
Wat Samakkhi
Wat Samakkhi

Goldene Tempelspitzen ragen in den blauen Nachmittagshimmel. Die Sonne reflektiert sich im Stuck, in den Edelsteinen und in all den schimmernden Verzierungen. Ein liebevoll gestalteter Park, ein voller Parkplatz. Ein Wasserspiel und ein Mann mit Mikrofon, der jeden Tempelbesucher persönlich begrüßt – und direkt auf die Spendenmöglichkeiten verweist. 

In der riesigen Halle des Non Kum Tempels sitzt eine goldene Statue des illegitimen Sohnes des zweiten Königs von Thailand aus der Rama-Dynastie: Somdej Toh. Er wurde zu Thailands bekanntestem Mönch und man sagt ihm nach, magische Kräfte besessen zu haben. Doch es gibt noch eine weitere Persönlichkeit, die ihm beinahe die Show stiehlt: der Schauspieler Sorapong Chatree, der mit seinen Spenden maßgeblich an der Finanzierung des Tempels beteiligt war. Eine ganze Ecke in der großen Halle ist allein ihm gewidmet und überall stoßen wir auf Bilder und persönliche Wertgegenstände von ihm, ausgestellt in Vitrinen. Animismus, Spiritualismus, Religiosität und Personenkult verschmelzen zu einem Großen und Ganzen.

Wat Non Kum
Wat Non Kum
Wat Non Kum
Wat Non Kum
Wat Non Kum
Wat Non Kum

Wir fahren gen Süden und verbringen eine Nacht vor den Toren des Khao Yai Nationalparks. Hinter den bewaldeten Hügeln regnet es – wir sehen die schweren, dunklen Wolken. Zum Glück sind wir auf der Sonnenseite des Gebirges. Die Landschaft hat sich stark verändert – die staubigen, öden Weidelandschaften und dörren Reisfelder des Isaans sind saftigem Grün gewichen. Es ist kühler geworden und plötzlich sind um uns herum Touristen, Hotels und Bars. 

Auf Feldwegen und ungeteerten Straßen erkunden wir das Hinterland. Unsere Drohne fliegt in den Sonnenuntergang, Buddha in riesiger Reinkarnation als Statue wacht über alles. Als es dunkel wird und wir zu Abend gegessen haben, genießen wir ein kühles Getränk auf unserem Balkon. Der Blick fällt auf eine Baustelle: Kahlschlag, Baumaschinen und Erdhaufen. Die Ferienorte rücken dem Nationalpark immer näher.

Driving Offroad with a Toyota Fortuner
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Die Provinz Nakhon Ratchasima ist ein Portal zwischen den Welten. Aus dem Isaan kommend, fühlt sich die Region wieder nach Großstadt mit urbanem Flair an. Wer hingegen von Bangkok aus anreist, wird die Provinzhauptstadt Khorat als eher beschaulich wahrnehmen – die Vielfalt des Angebotes an Bars, Restaurants und Kultur ist schließlich weitaus geringer als in der Metropolregion der Landeshauptstadt. In jedem Fall lohnt sich eine Reise hierher – allein wegen des südlich angrenzenden Khao Yai Nationalparks und der Tempelruine Phimai.