Iran

Von all den Ländern, die wir bislang bereist haben, hat uns keines so sehr geprägt wie der Iran. Mehr noch: Der Iran schaffte es vom ersten Tag an, unsere Seele zu berühren, und wir schlossen das Land und seine Menschen sofort ins Herz. Nirgendwo auf der Welt haben wir eine so große und aufrichtige Gastfreundschaft erlebt wie hier. Nirgendwo sonst wurden wir ausnahmslos wie Freunde empfangen und erhielten sofort Hilfe, wenn wir sie brauchten. Kaum ein anderes Land, das wir bereist haben, ist so reich an jahrtausendealter Kultur und Geschichte. Kein anderes Land hat uns mit so offenen Armen empfangen wie der Iran.

Und doch gibt es eine gewaltige Schattenseite. Eine geistlich dominierte Regierung, die von einem großen Teil der Bevölkerung abgelehnt wird. Ein Regime, das innere Gegner mit äußerster Härte bekämpft. Eine Politik, die auf Konfrontation setzt und tiefe Spannungen innerhalb wie außerhalb des Landes erzeugt. Im Frühjahr 2026 scheint vieles zu zerfallen und zu implodieren. Tatsachen lassen sich kaum noch von Propaganda unterscheiden. Niemand weiß, wie es mit dem Staat Iran weitergehen wird. Doch eines wissen wir: Sobald Frieden und Stabilität in dieses wunderschöne Land zurückgekehrt sind, werden wir wiederkommen.

Lut Desert in Iran

Ein Schiff brachte uns am Vorabend den Shatt al-Arab hinauf nach Khorramshahr. Direkt nach der Einreise nahm sich uns ein alter Taxifahrer an, brachte uns zunächst zur Bank und anschließend zum Busbahnhof. Als Mann wurde Chris zum Oberaufseher geleitet, während Vany im Taxi wartete. Im Büro des Aufsehers gab es Tee und freundlichen Smalltalk, während uns ein Assistent die Bustickets nach Shiraz besorgte. Kurz darauf saßen wir in einem überaus bequemen Überlandbus, der sich über unzählige Serpentinenstraßen durch die in der Nacht brennenden Ölfelder quälte. Eine bizarre, beinahe marsgleiche Landschaft zog an unseren Busfenstern vorüber.

Am nächsten Morgen beziehen wir ein kleines Zimmer in einem wunderbaren Hotel aus Tausendundeiner Nacht. Es gibt frisches Brot und Kaffee zum Frühstück, die Luft schmeckte frisch, und der Morgen ist angenehm mild. Nachdem unsere Kräfte zurückgekehrt sind, stürzen wir uns ins Abenteuer. Wir organisieren uns einen Fahrer für den Tag – und los geht unsere Iranrundreise.

Müde erkunden wir die weitläufigen Ruinen von Persepolis, der Stadt der Perser. Die ehemalige Palaststadt zählt noch heute zu den bedeutendsten Wahrzeichen des Irans und zeugt von einer mehr als 2.500 Jahre alten Hochkultur. Alexander der Große setzte der Stadt 330 v. Chr. durch Plünderung und Feuer ein jähes Ende. Unweit davon liegt die Nekropole Naqsh-e Rostam – gigantische, in den Fels gehauene Gräber achämenidischer Könige.

Persian Tombs in Iran
Ancient Ruins in Persepolis, Iran

Es dämmert. Der Himmel hat die Farbe von Gletschern. Die Sonne versinkt still und beinahe farblos hinter dem Horizont. Wolkenschleier ziehen mit dem warmen Abendwind auf. Vor uns liegt der Maharloo Lake. Eine Alge färbt das Wasser im Hochsommer rosa. Die Ufer des Sees bestehen aus einer dicken Salzkruste.

Ein Motorroller fährt auf der nahegelegenen Straße vorbei. Dann wird es still. Nur der Wind treibt Staub und einzelne Salzkörner über den Boden. In diesem Moment wird uns bewusst, wo wir sind. Vielleicht ist dies das fremdartigste Land, das wir je bereist haben. Die Menschen und ihre Kultur, die Städte und Landschaften wirken wie von einem anderen Planeten. Und dennoch empfängt uns dieses Land mit einer nie dagewesenen Gastfreundschaft und überwältigt uns immer wieder mit seiner absoluten Schönheit.

Maharloo Lake in Iran
Maharloo Lake in Iran
Maharloo Lake in Iran
Maharloo Lake in Iran

Am nächsten Tag werfen wir uns hinein in das iranische Stadtleben und erkunden Shiraz zu Fuß. Während wir durch die Straßen laufen, sehen wir die interessierten Gesichter und das verschmitzte Lächeln der Passanten. Obstverkäufer stecken uns Pfirsiche zu, Kinder fragen neugierig nach unseren Namen. Abseits der vielbefahrenen Hauptstraßen verlieren wir uns in Labyrinthen aus Häusern und Sackgassen. Immer wieder stoßen wir auf bezaubernde Innenhöfe und Gärten, erfüllt vom Duft frischer Blumen.

Zu Mittag essen wir saftigen Tomatenreis und trinken eiskaltes Rosenwasser. Als die Sonne ihren höchsten Stand erreicht und die Mittagshitze unerträglich wird, flüchten wir uns in die schattigen Räume der Nasir al-Mulk Mosque. Ihre kunstvollen, bunten Fenster lassen nur gedämpftes Licht herein. Grandiose Mosaike an Wänden und Decken laden zum Verweilen und Staunen ein.

Als sich der Abend nähert, befinden wir uns am Nordrand der Stadt. Wir sind einem schmalen Park und einem steinigen Pfad hinauf in die Hügel gefolgt. Von hier oben haben wir einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt. Doch wir sind nicht allein. Mit der hereinbrechenden Nacht bevölkern Jugendliche und junge Pärchen das Gelände. Sie nutzen den Schutz der Dunkelheit, um sich zu treffen – jung, unverheiratet, männlich und weiblich. Sie übertreten damit Grenzen, wagen etwas, das ihre Eltern nicht gewagt haben. In ihrem mutigen Protest sind sie stark.

Nasir Ol Molk Mosque in Shiraz
Colorful Mosque in Shiraz
Nasir Ol Molk Mosque in Shiraz
Sunset over Shiraz
Sunset over Shiraz
Sunset over Shiraz
Night is Coming in Shiraz

Kilometer für Kilometer kämpft sich der Bus durch die staubige Augustnacht. Meter für Meter gewinnt er dabei an Höhe. Auf einem kleinen Fernseher über dem Fahrer laufen iranische Soaps. Erst am frühen Morgen entlässt uns der Bus in das verschlafene Stadtzentrum von Kerman – einer unscheinbaren, einfachen Stadt in den Bergen auf knapp 1.800 Metern Höhe, am Rand einer der trockensten und heißesten Wüsten der Erde.

Kerman selbst hat nur wenig zu bieten. Die Markthalle ist ein traditionell persischer Bau mit Windtürmen und hohen Decken aus Lehm. Rundherum: Bauruinen und Schlaglöcher in den Hauptstraßen. Wir wandern zu einem zoroastrischen Feuertempel und von dort weiter zur Ardeshir Burg. Von der uralten Festungsanlage aus der Zeit der Sassaniden sind kaum mehr als verwitterte Mauerreste und Erdlöcher geblieben, in denen Hunde leben und Kinder spielen. Es riecht nach Urin und Staub – dieser Ort zerfällt und scheint nach zweieinhalb Jahrtausenden beinahe ausgelöscht. Wie lange wird es dauern, bis auch unsere eigene Zivilisation vom Erdboden verschluckt ist?

Mountains at Kerman, Iran

Jeffrey hupt und begrüßt uns mit einem Handschlag. Grinsend zeigt er auf seinen Nissan-Pickup und klopft liebevoll auf die Motorhaube. Wir steigen ein und folgen leeren, geraden Straßen hinaus in die Wüste. Aus dem Radio dröhnt iranischer Pop.

Jeffrey – das ist unser Guide für die nächsten Tage. Die Wüste – das ist die Dasht-e Lut, vielleicht die heißeste Wüste der Erde. Wir wollen die Hitze spüren, die Ruhe erleben und den Sand unter unseren Füßen fühlen. Es ist unser erster Ausflug in eine echte Wüste, und mit jedem Kilometer wächst die Aufregung.

Doch plötzlich stirbt der Motor ab, und wir müssen anhalten. Jeffrey wirkt ratlos, telefoniert, beugt sich über den Motorraum. Es hilft alles nichts – sein Nissan muss abgeschleppt werden. Stattdessen kommt ein Freund vorbei, und kurzerhand steigen wir in dessen Wagen um. Dann geht es endlich weiter in die Dasht-e Lut.

Nachdem wir eine weite Ebene aus Gebüsch und Steinen hinter uns gelassen haben, reduzieren wir den Reifendruck. Die erste Düne liegt vor uns – und plötzlich befinden wir uns mitten im sandigen Niemandsland. Der leere Pickup gleitet erstaunlich leicht durch den Sand. Staub wirbelt auf, der Motor dröhnt. Die Temperaturen an diesem heißen Augustvormittag liegen bei annähernd sechzig Grad Celsius.

Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran

Während die Mittagssonne ihren Zenit erreicht, ruhen wir uns in den Zelten einer kleinen Oase aus. Es gibt ein üppiges Essen in einem kühlen Lehmhaus: Hähnchen, Auberginen mit Reis und frisch gebackenes Brot. Am späten Nachmittag steht Jeffrey wieder grinsend vor uns. Seinen geländetauglichen Nissan-Pickup hat er gegen seinen Zweitwagen getauscht – einen gewöhnlichen Golf III. Er ist zuversichtlich, dass uns auch dieses Auto genauso weit bringen wird.

Als die goldene Stunde hereinbricht, stehen wir auf einem Kalut – einer nadelförmigen Felsformation. Davon gibt es hier unzählige; sie verleihen der Dasht-e Lut ihr mysteriöses, beinahe marsähnliches Erscheinungsbild. Während wir das goldene Licht genießen, schließen wir die Augen. Der Wind streicht sanft über den Boden. Die Stille ist so vollkommen, dass wir die Sandkörner rieseln hören. Es ist so still, dass unsere Herzschläge wie Trommelschläge klingen, dass wir sogar das Blut in unseren Ohren rauschen hören. Keine Straße, keine Autos, keine Menschen, kein Flugzeug über uns.

Als sich das Gold der Sonne langsam in Blau verwandelt, kämpft Jeffrey seinen Golf eine steile Felsformation hinauf. Unsere Füße tragen uns noch ein Stück weiter. Während sich die Nacht wie ein lichtloses Tuch über das Land senkt, blicken wir hinaus auf endlose Weiten. In der Ferne hält kurz ein Bus mit einigen Touristen. Wenig später verschwindet auch er wieder in der Dunkelheit – und erneut sind wir allein.

Über uns erscheint die Milchstraße, Milliarden von Sternen blitzen auf. Die Venus funkelt hell über dem Horizont. Wir legen uns in den Sand und bleiben dort bis weit nach Mitternacht. Dies ist der einsamste und schönste Moment unserer Reise – nein, unseres Lebens.

Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran
Lut Desert in Iran

Wir verabschieden uns von Jeffrey am nächsten Tag in Kerman. Wir steigen direkt aus seinem Auto aus und in den Bus nach Yazd ein. Während der Fahrt hängen wir unseren Gedanken an die Wüste, an die Nacht voller Sterne und die zuvor nie erlebte Stille nach. Wir passieren einen Militär-Checkpoint und bald darauf erreichen wir die Wüstenstadt Yazd. In den engen Gassen der Altstadt fühlen wir uns sofort in einer anderen Welt – Star Wars Mos Eisley oder Dunes Wüstenplanet. Von einem Dachcafé aus haben wir eine wundervolle Sicht auf die Lehmbauten, die Windtürme und die Minarette. Die Gebäude sind ockerfarbene Gebilde aus Quadern, Kuppeln und Prismen.

Wir streifen durch die nächtliche Stadt. Alles ist firedlich und harmonisch. Zwei Männer möchten ein Foto mit uns machen vor dem Amir Chakhmaq, einer ikonischen Moschee. In einem persischen 5-Sterne-Restaurant genießen wir ein besonderes Abendessen und auf dem Rückweg lädt uns eine Gruppe von Kindern zu einem kleinen Fußballmatch in einem Hinterhof ein. Von Tag zu Tag schließen wir die Menschen des Iran tiefer und tiefer in unsere Herzen.

School Girls in Iran
Old City of Yazd
On The Roofs of Yazd
Amir Chakhmagh in Yazd, Iran

Der nächste Tag, die nächste Tour. Bei einem gemütlichen Mittagessen in einem schattig-kühlen Restaurant in der Altstadt von Yazd lernen wir Nahir kennen. Sie ist Touristenführerin und wird uns in den kommenden Tagen an Orte bringen, die nicht unbedingt zu den klassischen Must-sees der Reiseführer gehören – die aber gerade deshalb umso schöner sind.

Wir erkunden ein verlassenes Fort der Sassaniden mitten in der Wüste. Wir besuchen zoroastrische Tempelruinen und Geisterstädte in den Bergen mit schier endlosen Ausblicken über karge Steppen. Ein geschickter Töpfer zeigt uns sein Handwerk, und auch wir versuchen uns an einer Vase. Wir übernachten als einzige Gäste in einer Karawanserei mitten im Nirgendwo und frühstücken heißes, frisch gebackenes Brot, frisch gelegte Eier und selbstgemachten Joghurt.

Wir tauchen tief in die persische Geschichte ein und lernen die geniale traditionelle Architektur kennen, die gegen die unerbittliche Hitze des Sommers und die klirrende Kälte des Winters schützt. In einer kleinen Sandwüste treffen wir eine Gruppe von Männern, die uns spontan zu einer abenteuerlichen Achterbahnfahrt in ihrem Jeep durch die Dünen einlädt. Zwischen Palmen trinken wir heißen Minztee und genießen jede einzelne Minute unserer Zeit im Iran.

Lut Desert in Iran
Little Desert in Iran
Iranian Potter
Persian Food
Herbs and Spices

Nahir bringt uns zu einem verlassenen Dorf. Die mittlerweile fast vollständig verfallenen Häuser sind – wie beinahe alle einfachen Gebäude im Iran – aus einer Art Lehm gebaut. Das Geisterdorf wirkt, als sei es zerflossen. Wie eine Stadt aus Schlamm, die sich langsam im Regen auflöst. Decken sind eingestürzt, Wände haben ihre Konturen verloren. Überall liegt Müll herum, und es riecht nach Exkrementen. Bis vor Kurzem haben hier wohl noch Menschen gelebt, vielleicht wohnen sogar heute noch einige arme Familien in den Überresten dieser Siedlung. Ein unheimlicher und bedrückender Ort.

Wir verlassen das Dorf und queren ein ausgetrocknetes Flussbett. Ein Schäfer hat seine alte Honda dort geparkt. Plötzlich kommt aus einem nahegelegenen Gehöft ein Mädchen herangelaufen. Sie führt uns zu einem heiligen Schrein – nie ganz fertiggestellt, wirkt das Gelände mitsamt seinen Gebäuden eher wie eine Baustelle. Danach fordert sie Chris neckisch zu einem Wettrennen heraus, und beide laufen den Hügel hinauf. Kurz bevor sie den Gipfel erreichen, hält Chris inne, um den Moment ihres Sieges mit der Kamera festzuhalten.

Old Mosque in Iran
Old Motor-Bike
Peaceful Iran

Einen Tag später erreichen wir Isfahan – unseren vorletzten Stopp auf dieser Reise. Die Großstadt besitzt weniger Charme als Shiraz oder Yazd, wirkt moderner und urbaner. Nach den ruhigen und berührenden Tagen in der Wüste, überhaupt im Osten des Landes, fühlen wir uns hier schnell überfordert von den vielen Eindrücken.

Am Mesgarha Bazaar lassen wir uns hinreißen, einen kurdischen Teppich zu kaufen. Rund um den Naqsh-e Jahan Square – einen der größten Plätze der Welt im Zentrum Isfahans – erstrecken sich endlose Reihen von Marktständen. Pferdekutschen chauffieren Touristen, eine herrlich blaue Moschee und der Ali Qapu Palast laden zum Entdecken ein. Kunstvolle Deckengemälde, filigrane Ornamente und Mosaike, bunte Blumen und kleine Ruheoasen lassen uns von der einstigen Größe und Pracht des persischen Reiches träumen.

Wenig später laufen wir hinunter zum Zayandeh Fluss. Im August ist dieser vollständig ausgetrocknet. Eine zweistöckige Brücke, abends wunderschön illuminiert, spannt sich mit 33 Rundbögen über das steinige Flussbett. Drei kleine Jungs spielen mit Stöcken im Sand. Sie lachen und eilen davon, als sie uns bemerken.

Mosque in Esfahan
Mosque Ceiling

In der Hauptstadt Teheran wird uns die Zerrissenheit des Landes besonders deutlich. Hier treffen moderne Jugendkultur, Rebellion und eine gut ausgebildete Generation auf verkrustete Strukturen, einen mächtigen Beamtenapparat, religiöse Gesetze, staatliche Kontrolle und überholte Traditionen. Junge Menschen leben heimlich unverheiratet zusammen. Im Schutz ihrer Wohnungen führen viele ein modernes, weltoffenes Leben. In der Öffentlichkeit jedoch können sie das nicht. In den U-Bahnen gibt es geschlechtergetrennte Bereiche, auf den Straßen patrouilliert die Sittenpolizei.

Wer die richtigen Verbindungen hat, erhält Zugang zu freiem Internet, Alkohol und anderen westlichen Konsumgütern. Es gibt die Gesellschaft, wie sie der Staat gerne sähe – und daneben eine verborgene Parallelwelt. Beide greifen ineinander, beide existieren gleichzeitig.

So enden unsere Tage im Iran. Wir lassen uns durch Teheran treiben, durch diese vom Verkehr völlig verstopfte und überlastete Metropole. Wir besichtigen den Golestan-Palast, den Azadi Tower und genießen die Ruhe in verschiedenen Stadtparks. Am letzten Tag fahren wir an den Nordrand der Stadt zum Niavaran Palace Complex. Von dort aus durchqueren wir die letzten Wohnviertel Teherans und folgen einem Fluss entlang abenteuerlicher Aufstiege und enger Schluchten hinauf in die Berge.

Azadi-Tower in Tehran
Bridge in Tehran
Mesh Wire Fence in Iran
Rush Hour in Tehran

Nach einem idyllischen Marsch erreichen wir einen Aussichtspunkt – das Ziel unserer Wanderung. Der weitere Weg hinauf führt über geröllige, unbefestigte Pfade. Ein Abenteuer, das wir heute ohne Proviant und ausreichend Wasser nicht eingehen wollen. Stattdessen setzen wir uns auf zwei sonnenbeschienene Steine und lassen unsere Blicke über die Skyline von Teheran schweifen.

Noch zehn Jahre später wird unsere Rundreise durch den Iran unsere eindrücklichste, fremdartigste, berührendste und vielleicht sogar schönste Reise bleiben. In keinem anderen Land haben wir eine so ehrliche und von Herzen kommende Gastfreundschaft erfahren. Obwohl es keinen einzigen Moment wirklicher Gefahr gab, spürten wir unter der Oberfläche etwas brodeln. Unsichtbare Linien durchzogen das ganze Land: zwischen Traditionalisten und Reformern, Männern und Frauen, Jung und Alt, Muslimen und Andersgläubigen, Fanatikern und Rationalisten, Opportunisten und Charakterstarken. Und natürlich auch zwischen Iranern und Touristen.

Meist bekamen wir nur die Fassade zu sehen. Die Sorgen, Konflikte und Ängste der Menschen konnten wir oft erahnen, aber nur selten offen ansprechen. Dann sagten Blicke mehr als Worte.

So bleiben unsere Erinnerungen an den Iran eindrücklich, bunt und kraftvoll. Der Sternenhimmel über der Wüste: eine Erinnerung für die Ewigkeit.

Infos zu unserer Reise